Alltag & Praktisches
Der schwedische Alltag hält für Neuankömmlinge eine Reihe kleiner Überraschungen bereit, die man in keinem Reiseführer findet. Stefan erkundete im August 2008 den Stadtteil Kista (IT-Campus und riesiges Einkaufszentrum), besuchte Svedmyra (schöne Herbstluft, rote Laubbäume, mögliche Wohnungen), lernte, dass Geschäfte unter der Woche früh schließen, aber Lebensmittelläden bis spät in die Nacht offen sind.
(geschrieben am 19. August und 12. Oktober 2008 von Stefan)
Das persönliche Autokennzeichen in Schweden faszinierte ihn: Buchstaben-Zahlen-Kombinationen, bis zu sieben Zeichen, für 6.000 Kronen für zehn Jahre. Manche Schweden hatten kreative Kombis gewählt, die Liste der „Besten" war amüsant zu lesen. Und: Bei einem Autowechsel meldet man das einfach telefonisch oder schriftlich – viel unkomplizierter als in Deutschland.
(geschrieben am 20. August 2008 von Stefan)
Die Tvättstuga – der gemeinschaftliche Waschkeller im Wohnhaus – war anfangs unbekannt, schnell aber unentbehrlich. Man bucht seine Zeit, bringt volle Taschen mit, hat zwei Maschinen, Trockner und Trockenschrank zur Verfügung. Pullover und Hosen lieber nicht in den Trockner, das riet eine Mitwaschende. Bettdecken dagegen kamen perfekt durch.
(geschrieben am 2. November 2009 von Stefan)
Als Malte im März 2009 noch einmal nach Berlin fuhr, um das Auto offiziell abzumelden, erlebte er deutsche Bürokratie in voller Pracht: 1,5 Stunden Wartezeit, zwei Gespräche, ein Vorwurf, er hätte eigentlich gar nicht so umziehen dürfen, ohne das Auto erst abzumelden und dann mit Überführungskennzeichen nach Schweden zu fahren. Am Ende wurde die Steuermarke vom Berliner Kennzeichen gekratzt. Das war alles.
(geschrieben am 18. März 2009 von Malte)
Der Melodifestivalen – Schwedens Vorentscheid für den Eurovision Song Contest – hat im Land einen Stellenwert, der für Deutsche kaum vorstellbar ist. Als Lena Meyer-Landrut 2010 mit „Satellite" für Deutschland gewann, war die Freude auch in Schweden spürbar. Im schwedischen Fernsehen lief der Contest in voller Länge, nicht nur als Zusammenfassung. Und die Schweden selbst? Traurig, dass das Melodifestivalen für dieses Jahr wieder vorbei war.
(geschrieben am 16. März und 30. Mai 2010 von Malte)
Das Online-Banking der SEB-Bank lief nur über einen Digipass – ein kleines taschenrechnerartiges Gerät. Als Malte die PIN dreimal falsch eingab, war das Gerät gesperrt. Anruf bei der Bank am Samstag (die in Schweden samstags telefonisch erreichbar ist!), Entsperrcode bestellt, zwei Tage später alles wieder in Ordnung. Überweisungen in Schweden kommen übrigens meist noch am selben Tag an – in Deutschland sei das nicht so selbstverständlich.
(geschrieben am 22. Februar 2011 von Malte)
Ein besonderer Samstag im Februar 2015: Probefahrt mit dem Renault Zoe und dem VW e-Up – gleichzeitig, für das ganze Wochenende. Auf dem Weg zur Abholung stand Pikachu vor ihnen auf dem Bahnsteig (eine junge Frau im Pikachu-Strampler), der Kontrolleur kam und stellte fest, dass das Guthaben auf der Karte knapp war, und beim Überqueren der Kreuzung sprach ein Polizist auf einem Pferd mit ihnen. Ein ganz normaler Stockholmer Samstag.
(geschrieben am 22. Februar 2015 von Malte)